Chronisch entzündliche Darmerkrankung: Was nun?


Sie wurden mit der Diagnose einer CED (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Ileitis, Proktitis, …) konfrontiert. Neben allgemeinen Krankheitszeichen (Müdigkeit, Leistungsabfall, Appetitverlust, etc.) zeigen sich bei Ihnen Symptome mit unmittelbaren Veränderungen im Bereich des Verdauungsapparats, wie eine entzündete Darmschleimhaut und Darmwand, Polypen, Abszesse, Engstellen (Stenosen) und ein krankhaft veränderter Stuhlgang mit Schmerzen. Daneben können verschiedene Gelenke im Körper, das Lebergewebe und die Gallengänge entzündet sein, oder Ihre Haut zeigt lila-rote Verdickungen. Die Krankheitsverläufe und betroffenen Regionen im Darm sind sehr unterschiedlich. Allen gemein ist, dass das entzündliche Geschehen in Schüben verläuft. Die Ursache für CED ist unklar. Ein ungünstiges Zusammenspiel zwischen einer erblichen Veranlagung und verschiedenen Umweltfaktoren wird wissenschaftlich diskutiert.



Eine klassische Diät bei CED existiert nicht, was aber nur so viel bedeutet, dass das Essen zuerst einmal kein klarer Auslöser für einen entzündlichen Schub ist. Die meisten Betroffenen zeigen zudem ein sehr individuelles Verträglichkeitsprofil bei ihren Lebensmitteln. So gibt es auch kein allgemeines Verbot von Lebensmitteln, aber die Ernährung muss grundsätzlich individuell und auf die jeweiligen Krankheitsphasen abgestimmt werden.

Durch das genaue Betrachten der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten mit Hilfe eines Ernährungs- und Symptomtagebuchs lassen sich die kritischen Lebensmittel und Lebenssituationen im einzelnen identifizieren. Eine BIA-Messung hilft die Körperzusammensetzung im einzelnen zu erfassen. Einige Betroffene reagieren auf Milcheiweiß, andere vertragen nur kleinere Mengen an Laktose, Fruktose oder Histamin. Dabei geht es nie darum diese Stoffe komplett aus dem Essen zu verbannen, sondern die persönlichen Reaktionsschwellen herauszuarbeiten und eine praktische Umsetzung dieser zu erlernen. Zum Beispiel hilft bei der Fruktosemalabsorption eine Kombination von Lebensmitteln: Essen Sie ein Stück Obst immer mit einem eiweißhaltigen Lebensmittel (z.B. laktosefreiem Milchprodukt). Weiterhin befasst sich eine Ernährungstherapie bei CED mit Ballaststoffen (z.B. ß-Glucanen), Glutamin, Probiotika (wichtig für das Mikrobiom und die Darm-Hirn-Achse) oder Mikro- und Makronährstoffsupplementen (der Eiweißbedarf ist erhöht!). Dieses Wissen kann neben der medikamentösen Therapie sehr hilfreich für Betroffene sein.

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Dr. oec. troph. Marion Wollschläger-Walther

Ernährungsberaterin VDOE

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